Donnerstag, 30. Juni 2011

Ramazzotti Runway Award: Interview mit Laend Phuengkit

The next in line ist der gebürtige Thailänder Laend Phuengkit. Für ihn braucht Mode aufgrund von Schnelllebigkeit Geduld, Wissen, Tradition und Mut. Durch die Verbindung von verschiedenen Materialien und Formen, von Individuellem und Allgemeinem, von gebrochenen Tabus und Konventionen wird eine Freiheit möglich, die anderswo kaum denkbar ist.

Ein sauberer Entwurf, eine klare Umsetzung, viel Geschick beim Recherchieren, gepaart mit einem außerordentlichen Sinn für Trends, sind bezeichnend für Laend Phuengkits Arbeitsweise. Mit seiner Mode setzt er den Fokus auf Avantgarde, lässt sich aber ebenso von Geschichtlichem inspirieren. Der Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist oft kultureller und politischer Natur.


Wer bist du und was machst du? Stell dich kurz vor.
Im März 2009 Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel abgeschlossen. Danach direkte Gründung des eignen Labels. Lebe in Zürich und in Berlin.

Was hat dich dazu bewogen, in die Modebranche zu gehen?
Die Faszination hat schon in der Kindheit angefangen. Meine Oma war Schneiderin. Ich liebte es ihr bei der Arbeit zu zuschauen. Oftmals durfte ich ihr beim Nähen oder Stricken helfen. Ich glaube, dass hat mich sehr geprägt. Obwohl ich vor meinem Modestudium zuerst eine kaufmännische Ausbildung in der Schweiz absolviert hab, entschied ich mich nach der Ausbildung dann doch noch zu dem Modestudium.

Was bedeutet Mode für dich? Was ist die wichtigste Aussage deiner Mode? Mode bedeutet Freiheit und alle Konventionen loszulassen. Stilelemente aufzugreifen um mit Vertrautem und Unbekanntem ein neues Lebensgefühl zu schaffen, all das gehört zum Handwerk meines Berufes. Wahrscheinlich braucht man immer eine Leiter, um nach den Sternen zu greifen. Mit Geduld, Wissen, Tradition und Mut ermöglicht mir die Mode das.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Mein Stil ist hybrid! Es ist wie Pasta essen mit Red Curry Sauce anstatt Sauce Bologense!



Was inspiriert dich für deine Kreationen?
Inspirationen finde ich überall, ob in der Natur, Politik, Musik oder Zitaten. Sogar wenn jemand einen Raum betritt, dann spüre ich die positive oder negative Atmosphäre, welche dann auch für meine Kollektion ausschlaggebend sein kann.

Gibt es einen Modedesigner, der für dich als Modeidol gilt?
Ich kann nicht sagen das es ein Modeidol gibt, welches mich super fasziniert. Die Faszination liegt eher in deren Arbeitsweise oder modischen Statements, wie beispielsweise Madame Vionnet, Madame Grès, aber auch Yves Saint Laurent oder Issey Miyake.

Was ist für dich ein absoluter modischer Fauxpas?
Es gibt keine Fauxpas. Aus einem Fauxpas wird irgendwann auch wieder ein Modetrend!

Wo siehst du dich und deine Arbeit in zehn Jahren?
Kann ich nicht sagen. Natürlich wünscht sich jeder Designer, dass sein Label in zehn Jahren in allen Kontinenten verkauft wird oder sogar einen eignen Flagshipstore zu besitzen. Es wird sich zeigen, wo der Weg in zehn Jahren hinführt. Ziele habe ich, die verfolge ich momentan.


Mode & Musik: "Behind the Muses" Editorial im W Magazine



Mode und Musik. Musik und Mode. Ein kreativer Kreislauf. Doch nicht nur bei der Inspiration stehen sich beide nah, viele Labels verpflichten in letzter Zeit bevorzugt Musiker anstatt Models für ihre Werbekampagnen oder platzieren ihre aktuelle Kollektion in Musikvideos. Das amerikanische W Magazine hat sich dazu nun im Rahmen seiner aktuellen Music & Style-Ausgabe etwas Besonderes ausgedacht und stellt in der Fotostrecke "Behind the Muses" insgesamt zehn Designer mit ihren musikalischen Musen vor.

Da wären zum Beispiel Janelle Monae und Karl Lagerfeld, Kanye West mit den Rodarte Schwestern Kate und Laura Mulleavy, Georg Craig und Christopher Bailey von Burberry, M.I.A. mit Donatella Versace, Lazaro Hernandez und Jack McCollough von Proenza Schouler und Yoko Ono, Alexander Wang mit DJ Diplo, Sängerin Florence Welch und Frida Giannini oder aber Esperanza Spalding mit Francisco Costa von Calvin Klein. Bei dem Shooting trugen die Musiker natürlich nur die Kleidung ihres vorgestellten Designers.


(pics via thefashionspot)

Mittwoch, 29. Juni 2011

Ramazzotti Runway Award: Interview mit Sylvia Schimmel von Eccentro

Nach MANIKÓ folgt nun die Designerin Sylvia Schimmel, mit ihrem 2010 gegründeten Label Eccentro aus München. Hier trifft handwerkliches Geschick auf hochwertige Materialien. Die Schnitte bevorzugt asymmetrisch. Eines nach dem anderen entdeckt man klassische, zeitgemäße und dann auch sportliche Stilelemente.

Und am Ende bemerkt man, das der Stil der Kollektion von Sylvia Schimmel sich immer wieder einer Festlegung entzieht und sich partout in kein Schema pressen lassen will. Das Ziel von Eccentro ist es, modebewussten Menschen herausragende Kleidung von höchster Qualität und exzellenter Verarbeitung zu bieten. Die aktuelle Kollektion ist zeitlos klassisch bis sportlich léger.


Wer bist du und was machst du? Stell dich kurz vor.
Sylvia Schimmel, Modedesignerin.

Was hat dich dazu bewogen, in die Modebranche zu gehen?
Bereits mit 7 Jahren hatte ich ein Buch in dem ich meine Entwürfe gezeichnet habe. Schon damals war es ein Traum von mir für Andere Kleider zu entwerfen.

Was bedeutet Mode für dich? Was ist die wichtigste Aussage deiner Mode?
Alles!

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Einzigartig, exzentrisch, individuell, gegen den Mainstream.



Was inspiriert dich für deine Kreationen?
Alles: Stoffe, Formen oder aber Menschen auf der Strasse.

Gibt es einen Modedesigner, der für dich als Modeidol gilt?
Alexander McQueen.

Was ist für dich ein absoluter modischer Fauxpas?
Feinstrumpfhosen in offenen Schuhen.

Wo siehst du dich und deine Arbeit in zehn Jahren?
Auf den Bühnen und Strassen dieser Welt.


(pics via marian wilhelm)

Berlin Fashion Week SS 2012: Der finale Schedule



Alle halbe Jahre wieder. Wenn es wieder heißt: Mercedes-Benz Fashion Week Berlin! Vom 6. bis 9. Juli 2011 werden die kommenden Frühjahr/Sommer 2012 Kollektionen gezeigt, das Ganze erstmalig in neuer Umgebung im Fashionzelt diesmal am Brandenburger Tor. Ebenfalls neu dabei das Studio, ein kreativer Präsentationsraum für kleinere Labels und Designer.

Zum ersten Mal wird es über 50 Präsentationen geben und man verliert so allmählich den Überblick: Denn Überschneidungen von Events gibt es auch in diesem Jahr mehr als eine. Die Ehre der Eröffnung am Mittwoch wird diesmal dem Berliner Designer Michael Sontag zuteil. Off Side Shows, Messen und Events runden hierbei die Fashion Week ab und füllen die vier Tage Modezirkus zum zerbersten. Es wird versucht was geht und was nicht geht, geht eben nicht. Kalinka goes Fashion Week!

Dienstag, 28. Juni 2011

Ramazzotti Runway Award: Interview mit MANIKÓ

Nachdem ihr nun Patrick Braun näher kennen gelernt habt, geht es direkt weiter mit zwei bezaubernden Damen. Und zwar Isabelle Mbarga und Madlen Lecoutré, welche die kreativen Köpfe hinter dem Berliner Label MANIKÓ sind. Unbeeinflusst von Szene-Trends halten die beiden Designerinnen an ihrem individuellen Stil fest: Klare Linien, großzügige Silhouetten, unbegrenzte Kombinationsmöglichkeiten und das alles mit der Note "tragbar".

Eine wundervoll sommerliche Kollektion in sanften Farben, weichfließenden Schnitten und dazu eine gehörige Portion Weiblichkeit erwartet uns beim kommenden Ramazzotti Runway Award. MANIKÓ, der Name steht für dezente Eleganz und Simplicity. Das junge Label stellt alle seine Kleidungsstücke "Made in Germany" her und ist ebenso Teil des Berliner Designerkollektivs The Offer.

Wer seid ihr und was macht ihr? Stellt euch kurz vor.
Wir sind Madlen Lecoutré und Isabelle Mbarga und wir haben gemeinsam bis Juli 2009 Modedesign an der HTW Berlin studiert. Gemeinsam arbeiten wir an unserem Label MANIKÓ, dass 2010 von uns gegründet wurde.

Was hat euch dazu bewogen, in die Modebranche zu gehen?
Eigentlich hat sich das so entwickelt: Wir wollten seit der Kindheit etwas mit Mode machen. In unseren beider Elternhäusern wurden wir früh mit der Kreativität in Kontakt gebracht. Auf der Uni lernten wir uns dann kennen und fanden das ganz spannend gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Jetzt sind wir noch jung und haben viele Möglichkeiten, deswegen ist das für uns gerade ein großes Abenteuer die Modebranche zu erobern.

Was bedeutet Mode für euch? Was ist die wichtigste Aussage eurer Mode?
Da man mit Mode wunderbar seine Persönlichkeit ausdrücken kann, verrät sie natürlich viel über den jeweiligen Menschen und dient somit auch als Kommunikationsmittel zur Außenwelt. Wichtig ist uns, dass Mode keine Frage des Alters sondern der Einstellung ist. Wir wollen es schaffen, dass jeder sich mit irgendeinem Kleidungsstück mit uns identifizieren kann.



Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Authentisch, klassische Schnitte modern interpretiert; elegant und feminin dank weicher, anschmiegsamer Stoffe (wie Chiffon, Seide und Leder). Unser persönlicher Stil und Geschmack spielt eine wesentliche Rolle und beeinflusst definitiv das Design. Es ist Mode, die uns selbst sehr gut gefällt und die wir auch gern tragen.

Was inspiriert euch für eure Kreationen?
Als Interviewer möchte man an dieser Stelle vermutlich gerne hören, dass es die Menschen da draußen auf der Straße mit ihren individuellen, crazy Streetstyles sind. Das hippe Berlin mit seinen Szenebezirken und lauter kreativen Winkeln. Wir sehen das anders. Bei uns gibtʻs keine bestimmte Quelle und das ist auch gut so. Wenn, dann sind es Stoffe, die zu neuen Ideen anregen und definitiv wir selber. Wir arbeiten selten nach einem bestimmten Thema, eher gucken wir wie unser Gemütszustand ist und was wir ausdrücken wollen. Vieles entsteht intuitiv und zufällig, allerdings nie ohne System. Jedes Teil ist das Resultat eines kreativen Prozesses. Der Rest bleibt unser Geheimnis. Die wichtigsten Einflüsse sind definitiv wir selber.



Gibt es einen Modedesigner, der für euch als Modeidol gilt?
Das einzige Idol für uns, das noch lebt, ist Karl Lagerfeld. Designer die uns inspirieren sind Stella McCartney, Phoebe Philo und Designer aus Skandinavien.

Was ist für euch ein absoluter modischer Fauxpas?
Unteranderem nicht auf hohen Schuhen laufen können und zu viel Haut zeigen...

Wo seht ihr euch und eure Arbeit in zehn Jahren?
Aus unserem kleinen Unternehmen ist hoffentlich ein großes, international Erfolgreiches Label mit eigenem Shop geworden. Weiterhin wollen wir gemeinsam an unseren Prinzipien festhalten und das angenehme Betriebsklima beibehalten. Vielleicht kommen auch mal Kooperationen mit anderen Designern zustande. Das wichtigste ist jedoch, dass der Spaß an der Arbeit nicht verloren geht. So lange dieser vorhanden ist, ist alles möglich!


Visions & Fashion: Ausstellung im Kulturforum Berlin



In der Ausstellung "Visions & Fashion: Bilder der Mode 1980-2010" steht vom 30. Juni bis 9. Oktober 2011 im Kulturforum Berlin das spannungsreiche Verhältnis von Mode und Bildern in den letzten 30 Jahren im Fokus. Mit etwa 200 originalen Arbeiten von internationalen Fotografen, Grafikern und freien Künstlern, darunter Helmut Newton, Tony Viramontes, Sarah Moon, Michel Comte, Eric Traore, Francois Berthoud, Cem Bora, Gregor Hohenberg oder Martin Mago.

Im zweiten Teil der Ausstellung wird eine repräsentative Auswahl der Bildkommunikation des Modebusiness in thematischer Gruppierung präsentiert. Plakatserien, Printmedien, Lookbooks und Firmenwerbung, Videoclips, Internetseiten und Modeblogs verdeutlichen, wie vielgestaltig die medialen Vermittlungswege der Mode in heutiger Zeit sind. Denn Mode kann ohne Kommunikation ihren Markt nicht erreichen, sie braucht Bilder zur globalen Vermittlung und Wiedererkennung.

Ausstellung vom 30. Juni bis 9. Oktober 2011
Kulturforum Berlin, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin


Montag, 27. Juni 2011

Ramazzotti Runway Award: Interview mit Patrick Braun

Wer aufmerksam war, weiß das Kalinka erstmals die Ehre zuteil wurde Jurymitglied beim Ramazzotti Runway Award zu sein. Nächsten Mittwoch, am 6. Juli 2011 ist es dann soweit, wenn um 21 Uhr sechs neue Jungtalente ihr Können im Museum für Kommunikation in Berlin zeigen. Doch wer ist das junge Blut? Ich hab sie mir einzeln vorgeknöpft und ein wenig gelöchert.

Fangen wir mit einem der Männer an. Patrick Braun. Er ist Diplom-Designer, lebt in Berlin und legt bei seiner Arbeit besonderen Wert auf drei Dinge: Ein klares Konzept, einen deutlichen Eindruck, eine gegebene Tragbarkeit. Seine beim Ramazzotti Runway Award gezeigte Kollektion trägt den Namen "Rahmenbedingung".

Wer bist du und was machst du? Stell dich kurz vor.
Seit vergangenem Sommer bin ich Diplom Designer für HAKA- Mode. Mein Fokus liegt auf konzeptioneller Menswear und Illustration.


Was hat dich dazu bewogen, in die Modebranche zu gehen?
Im Vergleich zu anderen Designbranchen hat die Mode einen schnellen Takt, eine hohe Frequenz an Aufgaben, die es lösen gilt. Dazu gibt die Gestaltung einer Kollektion dir die Möglichkeit einen Gesamteindruck zu formen, ein umfassendes Bild darzustellen; anders als im Produktdesign, wo man unter Umständen Jahre lang nur Rückleuchten für Kleinwagen erarbeitet.


Was bedeutet Mode für dich? Was ist die wichtigste Aussage deiner Mode?
Klares Konzept. Deutliche Aussage. Gegebene Tragbarkeit.


Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Nüchtern. Stringent. Durchdacht.



Was inspiriert dich für deine Kreationen?
Ich mag es mit simplen Ideen einen großen Effekt zu erreichen. Per Experiment oder Gedankenleistung. Inspiration hierzu kann man überall finden, da bin ich so offen wie nur möglich. Was ich mir verbiete und wirklich niemand mehr sehen möchte ist die tausendste Kollektion namens "Kalleidoskop" oder "Tangram", die sich auf geometrische Formen beruft und deren Clou das Aneinandernähen von Dreiecken ist.


Gibt es einen Modedesigner, der für dich als Modeidol gilt?
Bis Karl vor ein paar Jahren angefangen hat seine Rente durch jeden irgend verfügbaren Werbedeal zu finanzieren fand ich ihn unangefochten gut. Tom Fords Lebens- und Arbeitsweise hat ebenfalls Vorbildcharakter. Aber ein wirkliches Idol ist nur Billy.


Was ist für dich ein absoluter modischer Fauxpas?
Von modischen Fauxpas zu sprechen. Alles was getragen wird hat auch Berechtigung. Zumindest für diesen Einzelnen. Und ästhetische Fehlschläge können genauso inspirieren wie vollkommene Perfektion.


Wo siehst du dich und deine Arbeit in zehn Jahren?
Natürlich ist es ein Traum seine eigene Linie erfolgreich zu machen. Aber ich bin kein Traumtänzer. Ich fände es genauso attraktiv Head of Design eines exklusiveren Menswear-Labels zu sein und meine Stärken für eine Marke einzusetzen.