"I think clothing is our communication to the outside." - Svenja Specht ist beim Label Reality Studio für das Design verantwortlich. 1998 machte sie ihren Abschluss in Mode- und Produktdesign. Sie arbeitete bereits in Paris, Peking und Deutschland im Bereich Grafik-, Produkt- und Modedesign, bevor sie 2005 in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehrte und mit Reality Studio ihr eigenes Modelabel gründete.
In dem Video erzählt sie nun mehr über ihre tägliche Arbeit im Studio, ihren kreativen Entwicklungsprozess und wie dieser mit ihren vergangenen Kollaborationen, wie mit der Künstlerin Jen Ray, der Grafikdesignerin Julie Gayard oder aber Onitsuka Tiger zusammenhängt. Aber auch ihrer Inpiration von Kimonos und wieso ihr so viel an der kosmopoliten, deutschen Hauptstadt liegt, die vor allem Freiheit für sie bedeutet.
Weitere Informationen zu Svenja Specht gibt es hier.
Das Onlinemagazine Sugarhigh trumpft in seiner heutigen Ausgabe mit seiner zwölften Charakterisierung verschiedener Berliner Gruppenerscheinung auf. Und diesmal trifft es niemand anderes als die Mode-Bloggerin. Nach dem Digital Bohemien mit seinem MacBook im St. Oberholz, dem Nachwuchs-Hipster mit Fjällräven-Rucksack und iPod im Anschlag auf dem Dach vom Soho Haus oder aber dem Kreuzköllner mit Do-it-yourself-Piercing und schlecht gerollte Pueblo-Kippe am Kotti, darf man nun mehr über Lebensraum und optischen Merkmalen der Fäschionblockerin erfahren. Ein herzliches Danke geht hiermit an das liebe Sugarhigh Team!
1. Strähnchenfrisur, komplett von L'Oréal gesponsort 2. Bauchfreies Häkel-Top von Acne, Kunstleder-Overall von Rodarte for Opening Ceremony, Mokassin-Clogs von Balenciaga, Ha arspange von Bless (alles Gratisgeschenke) 3. T-Shirt mit „Free Galliano”-Aufschrift (untendrunter, direkt auf dem Herzen getragen) 4. Platzkarte der S/S11 von Hugo Boss (Sitzplatz in der ersten Reihe zwischen Angelika Blechschmidt und Diane Kruger) 5. iPhone; wird nicht zum Bloggen, sondern zum Überprüfen eigener Google-Counts verwendet 6. Limitierte Edition einer Hermès M7 Leica (hauptsächlich zum Rumprotzen — von analoger Fotografie hat die Bloggerin nämlich keinen blassen Schimmer) 7. Modestrecke, das letzte Buch von Les Mads, in dem die Bloggerin mit Rotstift die Namen Jessie und Julia auf jeder Seite durch ihren eigenen ersetzt hat 8. Veranstaltungsplan eines Fashion-Week-Panels zur Renaissance des Scrunchies 9. Moleskine-Notizbuch voller Kritzeleien und Einkaufslisten (perfekt zum Posieren geeignet, Notizenmachen sieht auf Fotos unwiderstehlich intelligent aus) 10. Handtasche aus der neuesten Kollektion von Proenza Schouler
Natürlicher Lebensraum: Die Mode-Bloggerin geht überall hin, wo sie eingeladen ist. Einer Marienerscheinung gleich taucht sie auf unfassbar vielen Pressevorführungen, Showroom-Previews, Modenschauen und Designer-Empfängen wie aus dem Nichts auf. Diese besondere Eigenart führt bisweilen zu Gerüchten über eine eineiige Zwillingsschwester.
Beschäftigung: Die Mode-Bloggerin ist vollzeitbeschäftigt. Dies allerdings nicht deshalb, weil sie tatsächlich Substanzielles über Mode schreiben würde, sondern des enormen Zeitaufwands wegen, den es sie kostet, die Illusion aufrecht zu halten, dass sie es täte. Ihre Blogging-Formel besteht im Wesentlichen aus Namedropping, redundanten Event-Nacherzählungen, allerlei persönlic hem Schmus zum Thema „Mein Outfit” und „Was es heute zu essen gab” und Verlinkungen anderer Mode-Blogs und -Bilder.
Nahrung: Die Mode-Bloggerin ist sich im Klaren darüber, dass man auf Fotos mindestens zehn Kilo fetter aussieht. Kohlenhydrate gibt es deshalb nur in Form von Hors d'oeuvres auf Presse-Shows — und dies vor allen Dingen, um die Folgen maßlosen Sekt-Aperol-Konsums abzumildern.
Besondere Eigenschaften: Die Mode-Bloggerin hat eine außerordentliche Fertigkeit darin entwickelt, ihre Outfits so zusammenzustellen, dass sie Street-Fashion-Fotografen anzieht. Sie ist von der Erkenntnis beseelt, dass Letztere sich der heiligen Dreifaltigkeit aus ironischen Accessoires, schwankenden High-Heels und einer ge lassen gerauchten Zigarette einfach nicht erwehren können.
Paarungsverhalten: Die Mode-Bloggerin kuschelt nur mit Leuten, die in Stil und Farbgebung harmonieren. Auf Fotos soll das schließlich nach was aussehen.
Nach der Fashion Show der Studenten der Royal Academy of Fine Arts aus Antwerpen huschte ich das erste mal Backstage. Welch ein Erlebnis. Über 50 Menschen wuselten gleichzeitig herum und jeder der Designer versuchte seine Kollektionsteile so schnell wie möglich in die dazugehörigen Kleiderboxen zu manövrieren. Es war wie in einem Bienenschwarm und jeder stand jedem im Weg. Völlig überwältigt von jenem Anblick und dem erstmaligen Backstagefeeling stand ich natürlich genau der unfreundlichsten Lehrerin aus Antwerpen vor den Füßen herum, welche mich für jenen Fehler fast zum heulen brachte.
Wie ein getretener Hund tapste ich unbeholfen herum, versuchte niemandem auch nur annähernd nochmals in die Quere zu kommen und machte verängstigt ein paar schnelle Schnappschüsse, wobei über die Hälfte, bereits schon wohlig verpackt, abtransportiert wurde. Gern hätte ich einzelne Pieces genauer betrachtet, die Designer abgelichtet und befragt und die Schuhe anprobiert, aber da nervlich etwas blank huschte ich als schnell wie möglich wieder heraus und ging direkt zu Wodka Lemon über. Doch dank Generation Internet und Facebook werde ich versuchen den ein oder anderen Designer hier noch mal etwas näher zu beleuchten.
Im Rahmen der Ausstellung 'Art & Fashion. Zwischen Haut und Kleid' die noch bis zum 7. August 2011 im Kunstmuseum Wolfsburg zu besichtigen ist, präsentierten der belgische Designer Walter van Beirendonck und Studenten der Royal Academy of Fine Arts aus Antwerpen vergangenen Freitag eine fulminante Fashion Show mit insgesamt 150 Outfits.
DREAM - so der Titel der Show, zeigte Mode und Kunst in einer poetisch, phantasievollen sowie hoch-kreativen Form. Die bisherige Vorstellung von Mode wurde hierbei neu interpretiert und das Wort der Tragbarkeit ausgereitzt. Teilweise märchenhaft verspielt, dann wiederum extrem futuristisch. Aber auch Kritisches fand hier seinen Platz: Gesichtslose Models, die als eigener Kleiderständer fungierten oder sogar selbst zur Bühne wurden. Indem ihnen ihre Kostüme und Kleider bis über den Kopf reichten, auf dem dann wiederum ein Modell des jeweiligen Models im Scheinwerferlicht stand.
Konnte mich jede Mini-Kollektion an sich überzeugen, wuchs der Drang Antwerpen bald möglichst einen Besuch abzustatten ins Unermessliche. War ich noch der Meinung, die beste Show gesehn haben zu dürfen, die ich jemals sah, tanze ich bereits mit den Designern und Models auf dem Laufsteg. Ein jeder so kreativ wie sein Geschaffenes und mitten drinn Walter van Beirendonck sein Tanzbein schwingend. Ich bin immer noch ganz verzaubert und mag noch nicht ganz aufwachen, werde ich ab nun verstärkt ein Auge auf die Niederlande werfen. Da meine Kamera kläglich versagte muss ich mich auf Bilder von Two for Fashion & I love Ponys Mag stützen, bei denen es jeweils noch mehr zu sehen gibt..
Die Ausstellung 'Art & Fashion. Zwischen Haut und Kleid' im Kunstmuseum Wolfsburg, widmet sich dem spannenden Dialog zwischen Kunst und Mode. In 44 Werke von 22 Künstlern und Designern kann man feststellen das Kunst und Mode immer dort zueinander finden, wo neue, bisher ungewohnte visuelle Entdeckungen gemacht, Materialien ausprobiert oder gängige Schönheitsideale hinterfragt werden. Mode reflektiert hier auf sinnliche, aber auch konzeptuelle Weise unsere moderne Kultur.
Seit den 1980er Jahren erforschen beispielsweise japanische Designer wie Yohij Yamamoto oder Comme des Garçons die Grenzen der Kleidung und ihrer Bedeutungen. Nach der Jahrtausendwende präsentieren Viktor & Rolf oder Hussein Chalayan ihre Modeschauen wie Kunstinstallationen. Das Herz der Ausstellung bilden die für die Sammlung des Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam geschaffenen Auftragswerke von Christopher Coppens, Naomi Filmer, Viktor & Rolf, Walter van Beirendonck, Anna Nicole Ziesche und Hussein Chalayan.
Das Projekt wurde 2009 von José Teunissen und Han Nefkens für das Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam kuratiert, 'Art & Fashion. Zwischen Haut und Kleid' wurde von José Teunissen und Annelie Lütgens für das Kunstmuseum Wolfsburg neu zusammengestellt und inszeniert.
Ausstellung bis zum 7. August 2011 Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg Mo-So von 11-18 Uhr, Di von 11-20 Uhr
Das rote Fadenkreuz am Rosenthaler Platz darf sich mit einer neuen Adresse schmücken. Am vergangenen Samstag eröffnete der bereits bestehende Schuhladen Shusta seinen hauseigenen Concept Store im ersten Obergeschoss, ein herzliches hipphipphurra an: ShustaSALON.
Die DJs Caniggia & Lady KlickKlack sorgten für Beschallung, während Drinks und afrikanische Leckereien die Runde machten. Nebenbei durfte der stilvoll eingerichtete Shop näher begutachtet werden, in dem Leitern als Regale dienen und ausgediente Rohre zur Kleiderstange werden. Für die Männer gibt es den Club-Bereich mit edlen Lederschuhen an der Wand, fehlen nur noch die Zigarren und eine Karaffe Whisky.
Hier findet man ab nun Marken wie Ganni, Prime Shoes, billi bi oder aber Officine Creative. Und vor allem Kleidung ist neu mit ins Programm gewandert. Schuhe und Taschen gibt es weiterhin im Erdgeschoss anzutreffen oder per Mausklick im Online Shop zu bestellen. Shusta bietet anspruchsvoll und selektiv ausgesuchte Ware, teilweise einzigartig in Deutschland erhältlich. Also ob im Netz oder real, ein Besuch lohnt allemal!
ShustaSALON, Rosenthaler Str. 72, 10119 Berlin Öffnungszeiten: Mo-Sa von 11 bis 20 Uhr
Am Sonntag war nun die Abschlussveranstaltung des Künstlerkollektiv Apparatjik in der Neuen Nationalgalerie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kammerorchester, welche zu Ehren des 125. Geburtstages von Mies van der Rohe statt fand. Apparatjik wurde 2009 von den vier Musikern gegründet: Guy Berryman, Jonas Bjerre, Magne Furuholmen und Martin Terefe. Gemeinsam agieren sie im Grenzbereich von Kunst und Populärkultur. Dabei arbeiten sie nicht nur mit verschiedenen Künstlern oder Designern, sondern auch mit Wissenschaftlern wie Astrophysikern oder Kunsthistorikern zusammen.
Unter dem Titel 'The Apparatjik Light Space Modulator' war zwei Wochen lang eine Installation zu sehen, welche durch drei Konzerte ergänzt wurde. Die Aufführungen sind eine Hommage an die visuellen Experimente von László Moholy-Nagy an, der wie Mies van der Rohe, dem Architekten der Neuen Nationalgalerie, am Bauhaus lehrte. Zentrum dabei ist ein Projektionskubus, von welchem bewegte Bilder durch die Glashalle der Neuen Nationalgalerie bis in den Stadtraum ausstrahlen. Apparatjik bezieht sich damit konkret auf den elektrisch bewegten 'Licht-Raum-Modulator' von Moholy-Nagy.
The Apparatjik Light Space Modulator vereinigt Pop, Mode und Science-Fiction mit exzentrischer Zufälligkeit sowie mit dadaistischem Humor. Futuristisch verspielt und in einer betonten Retro-Ästhetik spiegeln die Künstler die konvergierende Kultur der Gegenwart. So lässt sich schließlich das Gesamtprojekt von Apparatjik als Hommage an die legendären 'Meta-Musik-Festivals' begreifen, die in den 1970er Jahren in der Neuen Nationalgalerie stattfanden.
David Beckham ist endlich erwachsen geworden. Aktuell für die Frühjahr/Sommer 2011 Ausgabe #13 des Fantastic Man Magazine. Geshootet in der ehemaligen Heimat Englands von Alasdair McLellan in einem original Pie & Mash Store. Elegant und classy trotz Tattoos, sehr schön Mister Beckham!
Das Gegenstück für Frauen mit dem The Gentlewoman Magazine geht hierbei mit Sängerin Adele bei der Früher/Sommer 2011 Ausgabe in Runde drei. Auch hier drückte Fotograf Alasdair McLellan auf den Auslöse, diesmal aber im Portrait in Schwarz/Weiß für das in Mint getauchte Cover. Einfach aber wirksam, gar mit Zigarette, über die man jetzt streiten kann oder auch nicht.