Montag, 31. Januar 2011

BookWatch: Fashion:Box. Modeklassiker und ihre Stars



Wir verlangen von der Mode, dass sie echte Klassiker hervorbringt: Kleider von absoluter Gültigkeit, die wir unbedingt haben müssen und die wirklich faszinieren, jetzt und auch morgen noch, einfach nur, weil sie perfekt sind oder weil sie niemand anders besser machen kann. Das T-Shirt, die Jeans, das Kleine Schwarze, die weiße Bluse, das Kostüm oder der Bikini sind Beispiele für das, was wir Stil nennen, weil sie sich von der gewöhnlichen Mode absetzen und dennoch zeitlos sind.

Anhand von mehr als 400 Fotografien und Filmbildern zeigt Antonio Mancinelli uns in seinem neuen Buch 'Fashion:Box. Modeklassiker und ihre Stars. Von der Jeans bis zum Kleinen Schwarzen' die großen Klassiker der Mode und die Stars, die sie unsterblich gemacht haben. Was richtig gut ist, setzt sich durch und was noch dazu zeitlos ist, wird zum Klassiker. Aber kann es zeitlose Mode überhaupt geben? Und machen eigentlich die Klamotten Menschen zu Stars, oder die Stars erst die Klamotten zum echten Modetrend oder Klassiker? Bei diesen und anderen Fragen soll das neue Werk Mancinelli's nun weiterhelfen.

Antonio Mancinelli studierte Mode an der Academia del Costume e della Moda in Rom. Neben seinen Beiträgen für italienische Tageszeitungen wie La Republica und Corriere della Sera schreibt er für zahlreiche Fashion-Magazine, darunter Vogue, Elle und Vanity Fair.

Fashion:Box. Modeklassiker und ihre Stars von Antonio Mancinelli, Dumont Verlag, Januar 2011, für 29,99 Euro



Sonntag, 30. Januar 2011

MovieWatch: Bill Cunningham 'New York' Trailer



"We all get dressed for Bill", sagt Anna Wintour und meint damit den großartigen Fotografen Bill Cunningham. Seit 1978 fotografiert der 80-jährige Streetstyles für die New York Times. Mit dem Film 'Bill Cunningham New York' wird dem Modefotografen nun von Regisseur Richard Press ein Denkmal gesetzt.

Bill wurde bereits 2000 von dem Regisseur angesprochen, auf die Option eine Dokumentation über ihn zu machen antwortete er allerdings "Why me? There's no subject here." Erst auf der Fashion Week 2008 begannen die Dreharbeiten zur 88-minütigen Doku über den New York Times-Fotografen, welchen es dann am 16. März 2011 zum ersten mal auf dem New Yorker Film Forum zu sehen gibt.

Bereits der Trailer vermittelt einen Eindruck der besonderen Persönlichkeit Cunninghams, der sich als einer der großen Fashion und Streetfotografen, bescheiden im Hintergrund hält, dessen Arbeit ein einzigartiges Dokument des Lebens in und der Stadt New York selber, der letzten Jahrzehnte darstellt. Alles weitere zum Film und zu 'The Bill' selber gibt es hier.




Dienstag, 25. Januar 2011

MBFWB AW 2011: Allude



Während ihrer Modelkarriere kam Andrea Karg, die Designerin hinter Allude, verstärkt mit Kaschmir in Berührung und war dem edlem Material von Beginn an verfallen. Allerdings waren ihr die begrenzten Formen in denen Kaschmir verarbeitet wurde ein Dorn im Auge. So kam es dann auch, dass die promovierte Jurastudentin sich entschloss ein eigenes Label zu gründen, das vorrangig Kaschmir verarbeitet und zwar in diversen Kleidungsstücken.

Was Farben angeht hat die Münchnerin meist ein sehr glückliches, teilweise trendsetzendes, Händchen. Die neue Herbst/Winter-Kollektion ist allerdings eher in klassischen Farben für diese Jahreszeit gehalten - Rot, Grün (schön weihnachtlich) und vereinzelt Gelb fusionieren mit der ewig eleganten Nichtfarbe Schwarz und dem, weiterhin Omnipräsenz zeigenden, Camel.

Die Längen und Proportionen erzeugten auf den ersten Blick 20er-Eindrücke, durch wadenlange Röcke und Kleider, über die hüftlange Cardigans, Rollkragenpullover oder Blazer gezogen wurden. Breite Taillengürtel katapultierten die Entwürfe dann dekadenmäßig doch eher in die Achtziger. Nun könnte man agumentieren, dass momentan eigentlich die Neunziger mit einem Revival an der Reihe sind. Dem zollte man auch bei Allude tribut. Durch das ein oder andere große eingestrickte A auf Brusthöhe. So sehr dieses Stil-Comeback auch zu begrüßen ist, die Logomanie dieses Jahrzehnts sollte doch lieber ein für alle mal ad acta gelegt bleiben.



MBFWB AW 2011: Stephan Pelger



Viel Schwarz und viele ehemalige Germany's next Topmodel-Kandidatinnen war das, was einem bei Stephan Pelger's Modenschau direkt ins Auge stach. Viele gelungene Entwürfe war der Gesamteindruck, den man beim Verlassen der Show verbuchen konnte.

Der in Rumänien geborene und an Wien's Modeschule studierte Designer arbeitete nach seinem Abschluß bereits für verschiedenste Labels, u. a. Missoni. Stellte sich als bereits während die Show noch am Laufen war die Frage, wieso um alles in der Welt so ein Talent es nötig hatte in der (hoffentlich bald abgesetzten) Pro7-Sendung Fashion & Fame zu partizipieren?! Der Erfolg seines eigenen Labels wird hoffentlich auch so in absehbarer Zeit bei Stephan Einzug halten - verdient hat er ihn nämlich allemal.

Die gezeigte Kollektion mit dem Titel "Eisblumen" überraschte nicht nur mit perfekt sitzenden Ensembles und kreativ verpackten Modelköpfen, sondern darüber hinaus mit frivoler Leichtigkeit und verschiedenen äußerst kreativen Interpretationen seines Themas. Wo der, in Glitzeroptik und Pastelltönen gehaltene, "Eisblumen"-Organza zu wörtlich zeigte worum es ging, konnten Blütenblatt-ähnliche Ärmelkonstruktionen und Blumenförmige Stoffkonstruktionen mit elegantem Unterstatement punkten. Die übermäßige, trendgerechte Präsenz von Transparenz und die großartigen Beehives der Models vervollständigten das stimmige Kollektiv der Entwüfe.



Montag, 24. Januar 2011

MBFWB AW 2011: Laurèl



Peta-Aktivisten war die Show von Laurèl sicher ein Dorn im Auge - tierische Erzeugnisse soweit das Auge reichte. Um ihre Designmission zu erfüllen, die Verschmelzung von coolem cleanen Britchic (mit London als gewisser Vorlage) und purem Minimalismus, kamen für Elisabeth Schwaiger in erster Linie Leder, egal ob Nappa- oder Velourleder, Viskosejersey, Satin und Seide und vereinzelt auch Pelz in Frage.

Zur Abwechslung wurde diese Laufsteg-Show von Livemusik begleitet und zwar von der schwedischen New Wave-Band The Sounds. Deren Sängerin trug ein Minikleid aus der neuen Kollektion und repräsentierte so auch direkt die Zielgruppe - Powerfrauen im Alter von dreißig plus. Für sie hält das Label beispielsweise ärmellose Schluppenblusen kombiniert mit engen Bundfaltenhosen oder schwingenden Miniröcken, Leder-Etuikleider, Bikerjacken, Pelzjäckchen mit 3/4-Arm, Reiterhosen oder großzügig geschnittene weite Hosen bereit.

Kombiniert wird die Gesamtheit der Kollektion fast durchgehen mit ellenlangen Lederhandschuhen und Stiefletten oder Overknees mit Blockabsatz. Farblich bewegt man sich zwischen matten Highlightern wie dezentem Pink, hellem Grün und Hellblau, Elfenbeintöne, Royalblau und erdige Braunnouancen komplettieren zusammen mit Schwarz und Grau die Palette. Besonders interessant waren metallische Applikationen in Kettenform und applizierte Stoffplättchen (wie sie auch bei anderen Labels vereinzelt gezeigt wurden).